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Last updateFri, 16 May 2014 2pm

Erblehre und Entwicklungspsychologie

Die Entwicklungspsychologie ist eines der wichtigen Wissenschaftsressorts der Psychologie. Sie beschäftigt sich mit den gesetzmäßigen Spielarten der Verhaltens- und Erlebensweisen und der Leistungen während des menschlichen Lebens. Entwicklungsprozess wird hierbei als verschachtelter, progressiver Ablauf von Interaktionen und Bestimmungsfaktoren begriffen.

Die wesentlichen Bestimmungsgrößen der Verwirklichung sind die Anlage, die Umwelt und die besondere Selbststeuerung. Die Maßgeblichkeit der genetischen Anlagefaktoren wurde zu keiner Zeit bestritten, aber vor allem damalig stark überschätzt. Reifung ist mehr als das ausschließliche 'In Gestalt-Treten' veranlagter Merkmale.

Ungleichartig als beim Tier kommt in der Entwicklung des Menschen dem Milieu- bzw. Lernfaktor eine entscheidende Bedeutung zu. Die Umwelt hat dabei mehr als allein eine in Gang bringende Funktion:

Erst in Verbindung mit der Umgebung können die substanziellsten Orientierungshilfen des Menschen — Sprache, Gewissen, Umgang- und Bindungsfähigkeit ebenso wie die Intelligenz — entwickelt und geformt werden.

Dass der Formbarkeit vermittels der jeweiligen genetischen Veranlagung gewisse Limitationen gesetzt sind, konstatieren Untersuchungen über die Vitalität, die Einfühlsamkeit, die Intelligenz usw., die verdeutlichen, daß eine obere Limitierung offenbar individuell durch Erbfaktoren existent ist.

So elementar das Zusammenwirken von Anlage und Umwelt auch ist, der Mensch ist nicht das Erzeugnis aus diesen, statt dessen hat — entsprechend des Individuums in unterschiedlicher Ausformung — die Option, sein 'Weiterentwicklungsschicksal' mitzugestalten.

Die selbststeuernden Tendenzen vermelden sich im Willen, sein Leben nach festgelegten Zielen oder Plänen zu formen, sich selbst zu verwirklichen, bestimmte Lebensumstände zu verwandeln und nach eigenen Vorstellungen zu prägen.

Die Entwicklungsseelenkunde steht in einem prägnanten Informationsaustausch mit allen elementaren Wissenschaften vom Menschen:

Sie stützt sich auf Lehrsätze der Erblehre, der Menschenkunde, der vergleichenden Verhaltensforschung und kooperiert mit der Allgemeinen, der Lern-, der Sozial- und anderen Fachdisziplinen der Psychologie. Ihre Forschungsergebnisse werden in erster Linie der pädagogischen Psychologie und der psychologischen Unterstützungsarbeit zu Grunde gelegt.

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