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Last updateFri, 16 May 2014 2pm

Emotionen und Erfahrung von Vorschulkindern

Die Weltauffassung des Vorschulkindes unterscheidet sich elementar von dem Weltverständnis des Erwachsenen. Das Kind hat einen geringen Übungsschatz und mag bislang nicht methodisch denken. Als alleinigen Relationspunkt hat es sich selbst, seine Wünsche, Emotionen und Erfahrungen;

die Dinge aus Distanz sehen, sie unbefangen feststellen, kann es bislang nicht.

Darum nimmt es an, daß solche mit denselben Spezifika und Tauglichkeiten ausgerüstet sind wie es selbst (Egozentrismus).

Die unbelebte Welt wird vermenschlicht, sie ist nichts vom Menschen Unabhängiges. Impuls und Auswirkung mögen in ihrer Verbindung noch keineswegs gesehen werden (mangelndes Kausaldenken). Auf die Anfrage 'warum?' gibt es für das kleine Kind nur die Vollendung einer Perspektive (Finalismus). Alles hat seine durchweg bestimmte Perspektive in der Weltauffassung des Kindes.

Das Denken des Kindes ist transzendent. Naturerscheinungen werden wegen geheimer Kräfte und höherer Mächte initiiert. Vor diesem Hintergrund entsteht eine Weltauffassung glaubend an die magischen Gestalten der Kinderstube und der Märchengeschichten.

Das Denken ist außerdem prälogisch und rezeptionsgebunden. Es kann keineswegs abgeleitet und generalisiert, und ein Ablauf kann nicht als umkehrbar vorgestellt, werden. Das Bewusstsein für Entwicklungen fehlt oft bzw. die Beurteilung von Modifikationen ist einzig an die Perzeption gebunden. Egozentrismus und Anthropomorphismus erschaffen eine starke affektive Besetzung der Umwelt.

Affirmative und nachteilige Emotionen und Erfahrungen verbinden sich mit Personen, Objekten und Orten, die allein zufälligen Relation mit den Vorkommnissen haben (physiognomische Auffassung der Umgebung). Emotionale Konditionierungen in diesem Alter mögen die Grundhaltung des Kindes zu seiner Umwelt bedeutsam verändern.

Der Kulminationspunkt der kleinkindhaften Weltauffassung fällt ins 4. Altersjahr und wird dann sukzessiv abgebaut. Der gewichtige Ablaufschritt zur Reduzierung der magischen Weltanschauung ist die Feststellung der Kondition der Eigenbewegung alles Lebenden.

Unbelebten Dingen werden nunmehrig keine menschlichen Merkmale mehr zugeschrieben, das Denken wird immer realistischer. Ungefähr Ende der Vorschulzeit beginnen sich Erfahrung und Denken gemeinsam zu koinzidieren und die Generalisierung von Einzelpraxis wird realisierbar.

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