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Last updateFri, 16 May 2014 2pm

Geschlechtliche Differenzierung und Entfaltungsschub-Vorpubertät

Auftakt und Periode der Vorpubertät sind hinsichtlich der physischen Entwicklung charakteristisch. Als Vorpubertät tituliert man die Periode zwischen dem ersten Auftreten der sekundären Geschlechtscharakteristika (Behaarung, Stimmwechsel usw.) und dem ersten Funktionieren der Geschlechtsteile (erste Menses beim Mädchen, erste Ejakulation beim Jungen).

Mit der geschlechtlichen Differenzierung ereignet sich meist ein  auf einmal eintretender Entfaltungsschub.

Die Fortentwicklung von Jungen und Mädchen gestaltet sich vom vom Auftakt der Pubertät an voneinander abweichend.

Im physischen Bereich liegt der Kern bei den Jungen in der Veränderung der Muskulatur und der Grobbeweglichkeit, bei den Mädchen in der Fettpolsterung (runde Formen) und der Feinmotorik, und die Längen weiterentwicklung beginnt bei den Mädchen eher als bei den Jungen.

Seit der Zeit Mitte des vorangegangen Jahrhunderts verläuft die Reifung der Kinder (beileibe nicht erst zur Aktivierung der Adoleszenz, daselbst gleichwohl am deutlichsten offensichtlich) beschleunigt ab, sog. Beschleunigungsphänomen:

Die Kinder werden konstant größer und deren Pubertät fängt früher an. Das Format der Akzeleration steht in einem innigen Bezug mit der Niederlassungsgestalt (Stadtkinder gestalten sich augenfällig rascher als Kinder in ruralen Verhältnissen); minder bedeutend als einst ist dieser Tage die soziale Schichtangliederung.

Die Veranlassungenn der Beschleunigung dürften vielfältig sein, Vordergrund stehen: Stärkere Aktivierung des Komplettwesens mittels erhöhter Inzentivversorgung in der aktuellen Industriegesellschaft (Großstädte mit mannigfaltigen Eindrucksmöglichkeiten, Massenmedien etc.) wie auch gesundheitsdienliche Wandlungen (bessere Ernährungsweise, bessere Körperpflege und so weiter).

Die Beschleunigung ist vor allem ein somatisches Phänomen — Denkvermögen und Persönlichkeit entfalten sich beileibe nicht in derselben akzelerierten Art. Die einzige Ausnahme ist die beschleunigente Sprachfortentwicklung bei Mädchen der Mittel- und Oberschicht zum Abschluss der Vorpubertät (ein Phänomen der weiblichen Kulturpubertät).

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